Tag Archiv für Energiesparverordnung

Die neue Energiesparverordnung

Mit der Ablösung der Wärmeschutzverordnung durch die Energiesparverordnung (EnEV) hat die Bundesregierung 2002 begonnen die Bautätigkeit in Deutschland auf die im Kyoto-Protokoll definierten Ziele des Klimaschutzes abzustimmen. Immerhin kommen über 40 % der Schadstoff-Emissionen aus den privaten Haushalten, so dass die energetische Sanierung von Bestandbauten und die energetische Planung von Neubauten ein sehr großes Potenzial für die Reduzierung entsprechender Emissionen darstellt.
Die Anpassung wurde über die jeweils neuen Fassungen der EnEV 2007 und 2009 immer weiter vorangebracht. Mit der nun vierten Fassung (EnEV2014) ist die Bundesrepublik Deutschland in der Lage, bei der Gebäude-Energie sowohl die EU-Richtlinie für 2020 wie auch das Kyoto-Ziel für 2050 zu realisieren.

Welche Maßnahmen sieht die EnEV vor?

Die Ansatzpunkte des Klimaschutzes sind vor allem der Primärenergiebedarf eines Hauses und die Wärmedämmung. Für die Berechnung wurden komplizierte Formeln eingeführt. Eine praktische Größe, die sich leichter nachvollziehen lässt, stellt der Leistungsaufwand für die jährliche Beheizung eines Quadratmeters dar – das sind bei der aktuell gültigen EnEV-Fassung von 2009 im unteren Limit 60 bis 70 kWh. Die Ölheizung eines Einfamilienhauses benötigt dafür durchschnittlich 750 Liter Öl.
Bei der Dämmung geht es nach dem verwendeten Material und den einzelnen Schichten der Bauhülle. Jedes Haus muss seine Energieeffizienz mit dem Energieausweis nachweisen. Die EnEV ist jedoch auch mit einem Förderprogramm gekoppelt, so dass Bauherren zum Erreichen der vorgegebenen Werte Unterstützung erhalten. Mietern bringt die EnEV Vorteile bei den Energiekosten.

Was bringt die EnEV 2014?

Die neue EnEV-Fassung wird am 1. Mai 2014 in Kraft treten. Für Bauanträge, die noch vor diesem Termin gestellt werden, gilt weiter die EnEV 2009. Aber spätestens am 1. Januar 2016 müssen neu gebaute Objekte den bisherigen zulässigen Wert für den Jahres-Primärenergiebedarf um 25 Prozent unterbieten.
Bei den Altbauten sind in diesem Bereich keine wesentlichen Änderungen vorgesehen. Dafür ist hier die Austauschpflicht für alte Öl- und Gasheizkessel zu beachten. Heizungsanlagen, die vor dem Jahr 1985 eingebaut wurden, dürfen ab 2015 nicht mehr betrieben werden. Künftig sollen Heizungsanlagen generell spätestens nach 30 Jahren ersetzt werden. Ausnahmen sind derzeit noch Niedertemperatur- und Brennwertkessel. Geschossdecken beheizter Räume, die an unbeheizte Dachräume grenzen, müssen spätestens bis Ende 2015 gedämmt sein (Ausnahme bei Dachdämmung).
Der Energieausweis weist die Kennwerte künftig in einer von neun Effizienzklassen aus. Bestehende Energieausweise mit der Grün-Rot-Skala behalten jedoch ihre Gültigkeit.