Tag Archiv für Grunderwerbsteuer

Mit welchen Kaufnebenkosten muss man beim Immobilienkauf rechnen?

Sofern Sie sich für den Kauf einer Immobilie interessieren, dürfen Sie die Kaufnebenkosten, die im Zusammenhang mit dem Erwerb einer Immobilie anfallen, nicht außer Acht lassen. Denn diese machen in der Regel teilweise bis zu 15 Prozent vom eigentlichen Anschaffungspreis aus und können daher einen nicht unbeachtlichen Betrag ergeben. Insbesondere wenn der Immobilienkauf fremd finanziert wird, müssen Sie auch die Finanzierung der Kaufnebenkosten bedenken. Nicht selten verlangen Kreditinstitute zumindest die Finanzierung der Nebenkosten aus eigenen Mitteln. Denn diese können auch bereits vor dem Anschaffungszeitpunkt anfallen.

Kaufnebenkosten: Makler, Notarkosten und Grunderwerbsteuer

Sofern ein Makler eingeschaltet wurde, stellt dieser seine Arbeit bereits im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses in Rechnung. Die Höhe der Vermittlungsprovision, auch Maklercourtage genannt, ist gesetzlich nicht festgelegt und kann daher je nach Makler variieren. Für gewöhnlich liegt die Maklerprovision bei 3 bis 6 Prozent Netto also zuzüglich 19 Prozent Mehrwertsteuer.

Notarkosten fallen bei jedem Abschluss eines Immobilienkaufvertrags an, da für eine rechtswirksame Kaufabwicklung eine beglaubigte Urkunde von einem Notar erforderlich ist. Ebenfalls vorgeschrieben ist die Eintragung des Eigentumsübergangs im Grundbuch, welche der Notar veranlasst. Die Notarkosten betragen in der Regel zwischen 1,5 und 2 Prozent vom Kaufpreis. Für den Grundbucheintrag berechnet das entsprechende Amtsgericht Gebühren.

Ein weiterer Kostenfaktor beim Immobilienkauf ist die Grunderwerbsteuer. Diese ist gesetzlich für den Kauf einer Immobilie festgeschrieben und ist abhängig vom Bundesland, in der sich das Grundstück befindet. Sie liegt momentan bei 4 bis 5 Prozent. In vielen Bundesländern wurde die Grunderwerbsteuer in den letzten ein bzw. zwei Jahren erheblich angehoben, insbesondere die neuen Bundesländer haben eine starke Anhebung von teilweise 3,5 auf 5 Prozent verzeichnen müssen.

Dient die erworbene Immobilie der Kapitalanlage, müssen Sie bedenken, dass die oben genannten Nebenkosten als sogenannte Anschaffungsnebenkosten zu den Anschaffungskosten des Gebäudes gehören und daher nur im Rahmen der jährlichen Abschreibung in Höhe des gesetzlichen Abschreibungssatzes von zurzeit 2 Prozent in die Einkommensteuer einfließen.

Grunderwerbssteuer wird in mehreren Bundesländern 2012 erhöht.

Immobilienkäufer, die in Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg in 2012 eine Immobilie erwerben möchten, müssen tiefer in die Tasche greifen, denn die Grunderwerbssteuer wird von 3,5 auf 5 % erhöht. Die Grunderwerbssteuer ist die Steuer, die beim Kauf eines Grundstücks immer anfällt und laut Grunderwerbssteuergesetz den Bundesländern zusteht.

Als Ursache für die Erhöhung in den oben genannten Bundesländern gilt die Konsolidierung der Landesfinanzen. Hintergrund ist die schlechte Haushaltslage der Länder und damit der Wunsch, mehr Geld in die Kassen zu spülen. Eine Reduzierung der Neuverschuldung kann nur gelingen, wenn zusätzliche Einnahmen verbucht werden. Durch eine Erhöhung der Grunderwerbssteuer werden allein in Schleswig-Holstein rund 80 Millionen Euro Mehreinnahmen erwartet. Eine weitere Ursache für die Anhebung der Steuer für Grunderwerb ist die derzeitig anhaltende Diskussion über die Schuldenkrise. Das Interesse an Immobilien als Kapitalanlage hat in den vergangenen Monaten noch einmal deutlich zugenommen. Besonders in den deutschen Metropolen Hamburg, Stuttgart und Berlin hat die starke Nachfrage nach Mehrfamilienhäusern und vermieteten Eigentumswohnungen noch einmal zu einem sprunghaften Preisanstieg geführt. Diese Preissteigerungen haben auch die Landesregierungen vernommen und möchten an der „Flucht ins Wohnkapital“ partizipieren.

Bereits im Jahr 2011 wurde in vielen Bundesländern die Grunderwerbssteuer (GrESt) erhöht. Anfang 2011 wurde die Steuer in Brandenburg (5%), Bremen (4,5%), Niedersachsen (4,5%) und Saarland (4%) angehoben von vorher 3,5 %. Es folgte Mitte des Jahres Thüringen (5%) und im Oktober diesen Jahres Nordrhein-Westfalen (5%).

Ganz aktuell haben die Länderregierungen der Bundesländer Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein eine Erhöhung beschlossen. In Baden-Württemberg gilt die Steigerung der Grunderwerbssteuer um 1,5 % auf 5 % seit dem 05.11.2011. Ursprünglich hatte die Landesregierung das Gesetz ohne genaue Nennung eines Stichtages verabschiedet. Doch mit der höheren Besteuerung verspricht sich die Landesregierung frisches Geld in der Haushaltskasse.

Immobilienverkäufer in Rheinland-Pfalz sollten jetzt schon überlegen, ob sie ihre Immobilie nicht verkaufen wollen solange die Grunderwerbssteuer noch niedrig ist. Denn: mit der Erhöhung der Grunderwerbssteuer wird es für potentielle Immobilienkäufer unattraktiver eine Immobilie zu erwerben. Ausschlaggebend für die Höhe der Besteuerung ist das Datum, an dem ein Kaufvertrag notariell beurkundet wird. Um die Erhöhung einmal beispielhaft zu machen: wenn eine Immobilie 300.000 Euro kostet, dann betrug die Grunderwerbssteuer bisher 10.500 Euro. Ab dem 01.03.2012 müssen Immobilienkäufer in Rheinland-Pfalz für dieselbe Immobilie 15.000 Euro Grunderwerbssteuer an die Landesregierung zahlen.