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Der Ablauf einer Zwangsversteigerung

In Deutschland gilt das Verbot der Selbstjustiz – auch im Zivilrecht. Weigert sich der Schuldner, zu zahlen, kann der Gläubiger staatliche Hilfe beantragen. In Betracht kommt die Zwangsversteigerung, bei der Staat dem Gläubiger die Möglichkeit eröffnet, seine Forderung in das unbewegliche Vermögen (Immobilie) des Schuldners zu vollstrecken.

Haus verkaufen auf Antrag des Gläubigers

Zu Beginn steht der Antrag bei dem Amtsgericht, in dessen Bezirk sich die Immobilie befindet. Das Amtsgericht eröffnet bei Vorliegen der rechtlichen Voraussetzungen das Verfahren und beauftragt einen Rechtspfleger. Da dem Grundbuch die Aufgabe zukommt, der Öffentlichkeit Auskunft über den derzeitigen Eigentümer zu geben, wird üblicherweise in dem Grundbuch eingetragen, dass sich diese Immobilie in einem laufenden Zwangsversteigerungsverfahren befindet.

Zwangsversteigerung so läuft es ab

Der Rechtspfleger wird anschließend einen Termin bekannt geben, an dem interessierte Immobilienkäufer ihre Gebote abgeben können; der Meistbietende erhält dann den Zuschlag. Damit sich die Interessierten ein Bild von der Immobilie machen können, steht ihnen mindestens 30 Minuten Zeit zu, deren Dauer regelmäßig überschritten wird, sofern sich mehrere Bieter gefunden haben. Wird kein Gebot abgeben, schließt das Amtsgericht das Verfahren, es sei denn, der Gläubiger beantragt eine Fortsetzung des Verfahrens. Allerdings ist nicht jedes Gebot bedeutend. Beim ersten Termin darf nämlich kein Zuschlag für Gebote erteilt werden, die nicht mindestens die Hälfte des ermittelten Verkehrswertes der Immobilie (5/10) entsprechen; solche Gebote sind kraft Amtes nichtig. Gebote von 7/10 des Verkehrswertes können ebenfalls abgewiesen werden, wenn der Schuldner und derzeitige Eigentümer dies beantragt. Bei der Abweisung des Höchstgebotes wird ein zweiter Termin vereinbart, bei dem die Beschränkungen hinsichtlich der Höhe der Gebote nicht mehr gelten. Bei erfolgreicher Versteigerung gibt der Rechtspfleger einen Termin bekannt, an dem er Auskunft erteilt, welcher Gläubiger wann und wie viel von seiner Forderung aus der Versteigerungsmasse erhält.