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Die Entstehung einer neuen Immobilienblase in Großbritannien?

Das Thema der Immobilienblase lässt die Immobilienbesitzer und den Immobilienmarkt nicht zur Ruhe kommen. Beobachter des britischen Immobilienmarktes sehen neue Anzeichen für eine solche Blase.

Eine Immobilienblase oder Spekulationsblase ist eine Überbewertung der entsprechenden Güter, die sich innerhalb einer kurzen Zeit durch einen Preisfall wieder normalisiert. Die Problematik hierbei bildet, dass ein solches Platzen bzw. der Preisfall nicht hundertprozentig vorhersehbar sind. Deshalb werden mit einer bestimmten Spannung die Entwicklungen in Großbritannien verfolgt.

Das in Großbritannien beobachtete Szenario wird als Kreditinduzierte Immobilienblase bezeichnet. Bei dieser werden durch niedrige Kreditzinsen und großzügige Kreditvergaben, die Nachfrage künstlich subventioniert. Im Gegenzug dazu gibt es noch die fiskalinduzierte Immobilienblase, welche durch steuerliche Vorteile gekennzeichnet wird. Fallen die Auslöser weg, hier die Zinsen oder steuerlichen Vorteile, kann es zu einem Platzen der Blase kommen.

Warum entstehen die Befürchtungen vor einer neuer Immobilienblase?

Großbritannien möchte seinen Bausektor ankurbeln, welches es durch großzügige Kreditvergabemaßnahmen versucht. Menschen mit wenig Eigenkapital sollen hierbei auch die Chance haben eine eigene Immobilie zu planen und so müssen Wohnungs- und Hauskäufer nur noch 5 % Eigenkapital mitbringen, die Banken stellen die weiteren 75% und der Rest wird vom Staat in Form von Darlehen dazugegeben.

Diese Situation wird weiterhin begünstig durch ein Programm der Währungshüter, wodurch den Banken erleichtert wird, Hypothekenkredite zu vergeben, was zur Folge hatte, dass die Zinsen für Baugeld stark gefallen sind.

Konsequenzen aus der kreditinduzierten Lage

Die Preise in Großbritannien steigen an. Innerhalb eines Jahres wuchs der Preisspiegel in manchen Londoner Regionen um 20 % an. Aber nicht nur die Hauptstadt boomt. Landesweit sollen die Preise die höchsten seit 3 Jahren sein. Ebenfalls wächst die Anzahl der Neubauten seit dem das Projekt gelauncht worden ist an.

Welche Reaktion gibt es auf die britische Konjunkturpolitik

Die britische Regierung freut sich über den Anzug auf dem Wirtschaftsmarkt. Das Konjunkturprogramm scheint vollen Anklagen bei den Bürgern zu finden. So sagt die Bank von England, dass sie erst bei einer niedriger werdenden Arbeitslosenquote die geldpolitischen Projekte eindämmen werden. Bis das  Programm einen Einfluss auf die Quote ausüben wird, wird es jedoch noch einige Zeit dauern.

Ganz anders als die Briten, ist der IWF nicht hell auf von dem kreditinduzierten Konjunkturprogramm begeistert. Sie sehen Parallel zur amerikanischen Immobilienblase, die durch eine hohe Verschuldung der Investoren ohne genügend Eigenkapital verursacht worden ist.

Wie reagiert Großbritannien?

Erst mal nichts tun und von dem jetzigen Szenario profitieren, ist die Devise der Briten. Seit Jahren nimmt die Handelsbilanz negativ zu. 2001 betrug der Saldo von Import und Export noch -71,07 Milliarden Dollar. Zehn Jahre später ist es mehr als doppelt so viel mit -164,57 Milliarden Dollar.  Nach der Krise von 2007 hatte die Verschuldung von 44% des BIP auf 81% im Jahr 2011 zugelegt. Ebenfalls wuchs die Arbeitslosenquote um 3 % an. Die Bank von England sieht sich zukünftig in einem Zwiespalt, da um eine Blase zu vermeiden, die Zinsen wieder steigen müsste. Dies würde aber jeden Grundgedanken der Konjunkturspritze widersprechen. Die Wahl des richtigen Zeitpunktes für den Zinsenanstieg ist somit äußerst kritisch, da ein zu langes Niedrighalten der Zinsen zu mehr Verschuldungen führt. Noch ist die Verschuldung im Vergleich zum durchschnittlichen Einkommen vertretbar. Im Mai machte aber schon die Bank von England darauf aufmerksam, dass nur durch einen minimalen Zinsanstieg Immobilienbesitzer länger arbeiten oder seinen Konsum einschränken müsste. Dies würde der britischen Wirtschaft wieder erheblichen Schaden zufügen und die Fortschritte durch die kreditpolitischen Maßnahmen abschwächen.